Berliner Blätter

Akteure und Praktiken des „Wissen-Schaffens“ stehen im Mittelpunkt dieses Themenhefts mit Beiträgen aus Tübingen, Göttingen, Kiel, Frankfurt/Main und Berlin.
Am Beispiel regionaler Akteure der volkskundlichen Wissensproduktion werden zentrale Aspekte und Konzepte des geisteswissenschaftlichen Wissenstransfers beleuchtet. Die Beiträge fragen nach den Wissensbeständen und Motivationen, den institutionellen Verbindungen und persönlichen Beziehungen der Akteure. Es geht um die Vielfalt volkskundlicher Wissensformate, ihre Genese und Etablierung und die Spezifika volkskundlicher Wissensmilieus. Legitimierungspraktiken begleiteten die Wissensproduktion damals genauso wie sie heutige Wissenschaften prägen. Der Blick in die Fachgeschichte und an ihre Ränder kann daher eine vertiefte Einsicht auch für die Gegenwart von ethnografischen Wissenschaften bieten.

Diese Ausgabe der Berliner Blätter erscheint demnächst im LIT-Verlag.

Aus dem Inhalt

Lioba Keller-Drescher

„Auf diese Weise vorbereitet“. Praktiken des Wissensmanagements zwischen Landesbeschreibung und Volkskunde

Michaela Fenske / Regina Bendix

Hinter verschlossenen Türen. Akteure und Praxen der Wissensaushandlung am Beispiel des „Handwörterbuchs der Sage“

Antonia Davidovic-Walther / Gisela Welz

Wer wird Gemeindeforscher? Ländliche Herkunft als Professionalitätsmerkmal

Carsten Drieschner

Der „plattdeutsche Professor“ oder: Was ist ein Experte? Das Beispiel Otto Mensing und das „Schleswig-Holsteinische Wörterbuch“

Franka Schneider

Marie von Bunsen, die „wissende Reisende“. Erkundungen zum volkskundlichen Wissensmilieu in Berlin

Sabine Imeri

Heimatforschen in der Metropole oder wie regionales Wissen entsteht